Häufige Fragen

Brauche ich spezielle Hardware oder Software, um Freifunk nutzen zu können?

Für die Nutzung sind keine besonderen technischen Voraussetzungen notwendig, der Zugang zum Freifunk ist offen und kann ohne Registrierung oder Vorschaltseite sofort benutzt werden. 

Für das Netzwerk selbst werden die geeigneten Routermodelle mit dem Freifunk-Betriebssystem bespielt, um ein lokales Mesh-Netz zu erzeugen, damit der Internetzugang darüber verteilt werden kann. Gleichzeitig entsteht dabei ein lokales Netz, das auch ohne Internet funktioniert.

Muss bereits ein Breitband-Internetanschluss vorhanden sein?

Es gibt verschiedene Anwendungsszenarien. Am einfachsten ist es, einen Teil eines vorhandenen Anschlusses für die Öffentlichkeit freizugeben, der andere Teil kann weiter verschlüsselt genutzt werden. Mindestens 16 MBit sollten zur Verfügung gestellt werden.

Ist es nicht möglich, Internet vor Ort zu nutzen, kann eventuell die Freifunk-Community oder ein Uplink-Sponsor in der Nähe helfen, den Standort mittels Richtfunkantennen anzubinden. 

Wie viele und welche Geräte werden wo benötigt? 

Ein Router mit Standardantenne kann in einem Gebäude typischerweise durch eine, maximal zwei Wände funken. Die Reichweite im gleichen Stockwerk ist etwas höher als in andere Stockwerke. Außerhalb von Gebäuden sind mit Richtantennen Reichweiten von mehreren Kilometern möglich. 

Ist das Netz sicher?

Spätestens bei dieser Frage beginnt die Vermittlung von Medienkompetenz innerhalb des Projektes. Grundsätzlich herrschen die gleichen Bedingungen wie in jedem anderen WLAN- oder drahtgebundenen Internet: Die Nutzer*innnen müssen verantwortlich damit umgehen. 

  • Die eigenen Endgeräte (Handy, Laptop etc.) mittels Firewall, Passwörtern und weiteren üblichen Vorkehrungen vor Fremdzugriff schützen.
  • Nur Webseiten ansurfen, die https anbieten, und entsprechende Plug-ins nutzen.
  • Verschlüsselung für Apps und E-Mails verwenden und keine Anhänge öffnen.
  • Regelmäßige Updates der Router und der Endgeräte durchführen.
  • Admin-Zugänge durch sichere Passwörter schützen. 

Es gibt weitere Möglichkeiten, mit bewährten Verfahren Teile der Infrastruktur zu verschlüsseln (Stichwort: Virtual Private Networks). Das in vielen Routern und WLAN-Karten verwendete WEP-Verfahren kann sehr leicht entschlüsselt werden und ist nicht zum Aufbau von Mesh-Netzen geeignet. 

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Datenschutzrechtlich ist zu beachten, dass das Telemediengesetz den Betreiber*innen eines offenen WLANs nur unter bestimmten Umständen (Abrechnungszwecken) erlaubt, Daten von Nutzer*innen zu erheben und zu verarbeiten. Dafür ist eine ausdrückliche Erlaubnis notwendig. Dies bedeutet, dass es in nichtkommerziellen Netzen rechtlich nicht zulässig ist, Anmeldedaten zu erheben oder Aktivitäten zu loggen. 

Bei der Einrichtung eines Routers als Freifunk-Knoten kann in den Einstellungen optional eine Kontaktadresse hinterlegt werden, um als Knotenbetreiber*in ansprechbar bei Störungen oder Anfragen für Vernetzung zu sein.